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EDITH MÜTHEL

AN GOTTES HAND

EINE DEUTSCH-RUSSISCHE LEBENSGESCHICHTE



Müthel E. An Gottes Hand. Eine deutsch-russische Lebensgeschichte. 2., überarbeitete Auflage. Bearbeitet von Vera Gast-Kellert. Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), Leipzig 2013, — 184 S.

ISBN 978-3-87593-121-1

Muethel E. An Gottes Hand.

Dieses Buch wurde herausgegeben mit freundlicher Unterstützung des Ev.-Luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM); der Liebenzeller Mission; des Martin-Luther-Bundes; der Propstei Nord-West der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER); der St. Petri- und St. Annengemeinde in St. Petersburg, Russland und des Zentrums für Mission und Ökumene - Nordkirche weltweit.

Edith Müthel wurde 1919 in Petrograd (St. Petersburg) als Tochter des Pastors Emil Pfeiffer geboren und wuchs in deutschen Siedlungen an der Wolga auf. 1941 wurde sie mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Sibirien deportiert. Erst 1956 konnte sie mit ihrem Mann Leonid Müthel nach Leningrad (St. Petersburg) zuruckkehren, wo sie als Deutschlehrerin und Übersetzerin arbeitete. In den 1990er-Jahren erlebte sie die Neugrundung der St. Petri- und St. Annengemeinde in St. Petersburg und ließ sich 1997 dort konfirmieren.

Edith Müthel lebt in St. Petersburg in der Familie ihrer Nichte.

Edith Müthel erlebt früh, was es bedeutet, Tochter eines Volksfeindes zu sein. Für die Pfarrerstochter beginnen mit der Verhaftung des Vaters Jahre der Angst und Verzweiflung. Wie viele Millionen Menschen leidet sie unter dem Terror Stalins. Zusammen mit ihrer Mutter und den Geschwistern wird Edith aus ihrer Heimat an der Wolga nach Sibirien deportiert. Kälte und Hunger, schwerste Arbeit, Willkür und Diskriminierung prägen seither ihr Leben. Doch sie gibt nicht auf. Die Sorge um ihre Familie und der tiefe Glaube an Gott lassen sie alle Widrigkeiten aushalten. Nach Stalins Tod kann Edith mit ihrem Mann in Leningrad (St. Petersburg) ein neues Leben anfangen. Hier findet sie während der Perestroika in der wiedergegründeten lutherischen Gemeinde Geborgenheit und gute Freunde - auch über Landergrenzen hinweg.




Inhaltsverzeichnis

 

Ein Wort zu Beginn
7

Einleitung
9

Prolog
11

Kindheit und Jugend an der Wolga 1919-1941
14

Sibirien 1941-1956
62

Neubeginn in Leningrad (St. Petersburg) 1956 bis heute
122

Nachwort
157

Edith Müthel - die wichtigsten Daten
163

Glossar
171

Ortsverzeichnis
174

Ausgewählte Literaturhinweise
176



Ein Wort zu Beginn

Edith Müthels Lebensweg ist verwoben mit der von tiefen Umbrüchen gekennzeichneten Geschichte Russlands und der Russlanddeutschen im 20. Jahrhundert. Ihre Erinnerungen sind ein Stück „oral history", basierend auf den Erzählungen und den Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Im hohen Alter von 90 Jahren wirft Edith Müthel einen Blick auf die Stationen ihres bewegten Lebens. Es gelingt ihr, dankbar und ohne Bitterkeit zurückzuschauen. Einzelne Situationen - schwere und schöne - lässt sie für ihre Leserinnen und Leser lebendig werden: Noch einmal leuchtet das bereits zum Untergang geweihte Leben in den deutschen Dörfern an der Wolga auf, noch einmal durchläuft Edith Müthel mit uns die schweren Wege der Verbannung und Zwangsarbeit in Sibirien. Sie erlebt Hunger und Kälte, Abschied und Tod, Diskriminierung und Ablehnung. Doch sie erfährt auch lebensrettende Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Gemeinschaft. Schlie?lich blüht sie auf, als sie im bereits fortgeschrittenen Alter die „Auferstehung" kirchlichen Lebens erleben darf und sich konfirmieren lassen kann.

Vielleicht kann nur der ermessen, was Glaube und Bibelstudium bedeuten, dem freie Religionsausübung und geistliche Gemeinschaft über Jahrzehnte verboten wurden. Diese Erfahrung vermittelt das Lesen von Edith Müthels Lebenserinnerungen.

Die Unterzeichnenden konnten Frau Müthel im vergangenen Mai in der Wohnung ihrer Nichte in St. Petersburg, wo sie ein Zimmer hat, besuchen. An einem reich gedeckten Kaffeetisch wurden wir Zeugen ihres erstaunlich wachen Geistes, wach für längst vergangene Zeiten und für die Gegenwart der lutherischen St. Petri- und St. Annengemeinde. Ihr starker und zugleich nüchterner Glaube hatte etwas Ergreifendes.

Edith Müthel hat ihre Erinnerungen in der von ihr so geliebten deutschen Sprache niedergeschrieben. Ihre vielen deutschen Besucher und Besucherinnen sind erstaunt, wie gut sie diese Sprache immer noch beherrscht und welche geistige Frische und Lebendigkeit sie in ihrem hohen Alter ausstrahlt.

Viele Menschen haben Edith Müthel beim Schreiben ihrer Lebenserinnerungen unterstützt. Ihnen allen dankt sie in einem Brief: „Oft wollte ich es bleiben lassen. Meine Freunde aber haben mir Mut gemacht - und ich habe es geschafft. Den Menschen in Deutschland, die aus meinem Schreiben ein Buch gemacht haben, sowie allen hier in St. Petersburg ein von Herzen kommendes Dankeschön."

Herzlich gedankt sei Barbara Fiedler für die übermittlung der Manuskripte und Bilder, Irmgard Velten, die Edith Müthels Erinnerungen in mühevoller Arbeit abgetippt hat, Eveline Müser für ihr aus langer Freundschaft erwachsenes Nachwort, Elena Dyakiva für die Fotografien und Johanna Wei? für das sorgfältige und einfühlsame Lektorat.

Vera Gast-Kellert, Vorsitzende der Frauenarbeit
Wilhelm Hüffmeier, Präsident
Enno Haaks, Generalsekretär

Gustav-Adolf- Werk e. V, Diasporawerk der Evangelischen
Kirche in Deutschland

 


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