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Emanuel Johannes

Nie werde ich die Wolgaheimat vergessen

 

Ich liebe die Felder, das Steppengelände der Wolga,
die schön sind am unteren Lauf.
Wie auch ihre Wiesen und sandige Strände.
Hier, im Dorf Kukkus, wurde ich geboren,
da wuchs ich froh auf.

       Was kann mit der Schönheit der Wolga sich messen?
       Die Wolga, die Mächtige, liebe ich sehr.
       Nie werde ich Sie, meine Heimat, vergessen,
       Sie fließt durch mein Herz in das Kaspisches Meer.

Von Stalin ersonnen, Kalinin erlassen,
der August-Ukas ist uns, Deutschen, bekannt.
Wir müssten dich Wolga, die Heimat, verlassen.
Man hat uns entrechtet und schuldlos verbannt.

       Was kann mit der Schönheit der Wolga sich messen?
       Die Wolga, die Prächtige, liebe ich sehr.
       Nie werde ich Sie, meine Heimat, vergessen,
       Sie fließt durch mein Herz in das Kaspisches Meer.

Der Krieg hat grob unsere Träume vernichtet
von Glück in der Zukunft, sie waren sehr schlicht.
Wir hungerten, wurden wie Sklaven erniedricht.
Das Schicksal war grausam, verschonte uns nicht.

       Was kann sich mit der Schönheit der Wolga sich messen?
       Die Wolga, die Wolga, Die liebe ich sehr.
       Nie werde ich Sie, meine Heimat vergessen,
       Sie fließt durch mein Herz in das Kaspisches Meer.

Heidenheim, den 19. Dezember 2002

 

Mein Elternhaus

(als ich eine Reise machte im Jahre 1975)

 

       Mein liebes altes Elternhaus,
       Wie stehst du so verwahrlos aus!
       Ich seh wie du traurig weinst,
       und du warst so glücklich einst!

              Vom Vater sorglich angelegt,
              von Mutters fleißiger Hand gepflegt,
              hast freulich du bei Tag und Nacht
              uns, fünf Kinder, treu bedacht.

       Wir wuchsen nicht mit Prunk und Schmaus,
       doch waren wir glücklich - zu Haus!
       Nur ehrlich sein, und fleißig sein!
       Ja ehrlich waren wir sodank.

              Und fleißig standen unseren Mann
              überal und allerzeit.
              Zur Arbeit und zum Kampf bereit,
              so lebten wir hier Jahr um Jahr.

       Als wir aus dem Tor zogen,
       schaute ich mich noch einmal um,
       hob einen Stein vom Heimatboden,
       presste ihn an meinen Mund.

              Traurig gingen wir die Strassen
              durch unser Heimatdorf entlang,
              wo wir früher sonntags saßen
              feierlich beim Glockenklang.

       Weit verbannt in Taigawäldern,
       hinter Stacheldraht und Zaun,
       wenn ich hindurch eingeschlafen,
       sah ich dieses Haus im Traum.

              Ob reich, ob arm die Ernte war
              und niemand dachte mal daran,
              das alles anders werden kann.

       Mein liebes, altes Elternhaus,
       ich seh, du siehst verwarlost aus,
       und schaust mich an heut vorwürfsvoll.
       Du willst, daß ich dir helfen soll.

Heidenheim 14.06.2005



 

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