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Ольга Колмогорова
Радиоэфир на „Interwelle“ 08.02.2012

"Букварь для маленьких полиглотов"

Рецензия на книгу стихов Нади Рунде "Meine Fibel"



Азбука в стихах на русском и немецком языках.
Автор идеи: Доротея Вальтер, "ARTEC proiectum e.V", Nürnberg.
Стихотворения Надежды Рунде, рисунки Любови Ерёминой.
Любое копирование и использование рисунков запрещено.


Я искала рождественский подарок для дочери моей немецкой подруги, которая загорелась идеей научиться говорить по-русски. Я обыскала все русские магазины в округе и нашла-таки русский букварь, но не совсем такой, какой бы мне хотелось. А то, что мне было позарез необходимо, в это время только готовилось к выходу в свет. Книга стихов Нади Рунде „Meine Fibel“ – «Мой букварь», подготовленная к печати обществом „ARTEC proiektum e. V.“ по инициативе Доротеи Вальтер. Эта книга была как раз то, что надо. С прекрасными яркими иллюстрациями, с русскими и немецкими буквами, с детскими стишками на двух языках – немецком и русском. Как-будто издатели прочитали мои мысли.

Язык, отношение к языку занимает немалое место в сфере интересов педагогов и родителей. Ими не раз высказывалось сожаление, что дети русскоязычных мигрантов теряют язык своих родителей. А как пробудить интерес к русскому языку, научить сочетать его с немецким, языком повседневного общения? Этим вопросом в ходе своей многолетней работы с детьми в Германии и задалась Доротея Вальтер. Рeзультатом стал выход в свет букваря на немецком и русском языках. Пожалуй, для детей лучший возраст знакомства с языком – возраст от двух до пяти, когда они особенно чутки и восприимчивы, когда каждый ребенок обладает языковым талантом. К ребятишкам этого возраста чаще всего и обращается в своих стихaх поэтесса Надя Рунде, которой Доротея Вальтер предложила написать стихи к этой книге.

Маленький человечек ищет связи между языками, которые помогут разложить по полочкам информацию, обработать ее и, наконец, овладеть языком. Двуязычный букварь помогает найти такие связи. Это не азбука и не букварь в обычном смысле, это книжка-игра, помогающая такие связи выстраивать. На форзацах книги находчиво объединены немецкие буквы и русские слова, русские буквы и немецкие слова. В букваре ребенок найдет короткий, но емкий стишок к каждой из букв алфавита на немецком и русском языках. И немецкие, и русские буквы нашли место на ярких страницах. Выполнена и главная задача: два языка живут рядом, переплетаются, объединенные одним стихотворным образом.

Немецкие переводы стихов нисколько не уступают оригиналам в образности, лёгкости стиха, художественности. Для букваря стихи переводили Виктор Хайнц, Райнгольд Ляйс и Ульрих Хенкис, и им в равной мере удалось сохранить их легкий игровой стиль.

Особо хочется сказать о художественном оформлении книги, иллюстрированной известной российской художницей Любовью Ереминой. Творческий союз поэтессы и художницы возник уже давно. С тех пор Любовь Еремина воплощает в своих красочных иллюстрациях поэтические образы Нади Рунде. Ее иллюстрации вызывают ощущение праздника, настоящей ярмарки красок и деталей, и органично сочетаются со стихами.

Ярмарка в шарах, в гармошках,

В попугаях, в блюдцах, в ложках

И в конфетах лучшей марки –

Раскупайте на подарки!

Ребенок может долго рассматривать подробные, детальные картинки на цветных страницах книги. Чего стоит одна акула с младенцем акуленочком на руках… нет, на плавниках. Или пестрый хамелеон в бантиках и рюшечках.

Умение разговаривать с маленьким человеком – это целая наука. Стихи – как раз тот язык, который малыши понимают особенно хорошо. Само сочетание звуков, их повтор помогает создать стихотворный образ, например, образ юрких шуршащих щеток:

Щетки чистили штанишки,

Отвороты на пальтишке,

Как букашки, щеточки,

Ползали по кофточке.

Книга „Meine Fibel“ – „Мой букварь" - вызывает удивительное ощущение уюта. Память детства, когда получив в подарок новую книжку, вдыхаешь ее запах, запах свежеотпечатанных слов и картинок, листаешь страницы и медлишь, чтобы подольше не кончилось это удовольствие, а потом с головой погружаешься в чтение.





Olga Kolmogorov
„Interwelle“ vom 08.02.2012

Eine Fibel für kleine Polyglotten.

Vor nicht so lange Zeit machte ich mich auf die Suche nach einem Geschenk. Es war für ein kleines Mädchen gedacht, die Tochter einer deutschen Freundin. Das Mädchen wollte unbedingt Russisch sprechen können und ich dachte an ein schönes Lernbuch für Kinder. Doch zunächst erwartete mich bittere Enttäuschung: selbst die kleinsten russischen Lädchen ließ ich nicht aus, doch das einzige passende Buch, das ich fand, entsprach nur ganz entfernt dem, was ich zu finden hoffte. Und dabei war das Gesuchte gar nicht so weit entfernt, es war nur noch nicht erschienen. Das passende Buch stand gerade kurz vor der Veröffentlichung. Es sollte ein Gedichtbuch werden - „meine Fibel“ von Nadja Runde, dessen Veröffentlichung durch „ARTEC projektum e.V.“ Dorothea Walter initiierte.

Dieses Buch war genau das Richtige! Jeder einzelne Buchstabe des russischen und des deutschen Alphabets sollte durch bunte Bilder und kleine Gedichte in russischer und in deutscher Sprache leicht einzuprägen sein. Es war so, als ob die Herausgeber meine Gedanken gelesen hätten.

Eine andere Sprache sprechen zu können – eine schöne Vorstellung. Und wenn man diese Möglichkeit als ein kleines Kind bekommt, wenn der Spracherwerb überwiegend intuitiv abläuft, ist es ein wahres Geschenk. Doch wie sind die richtigen Ansätze zu finden? Wie bringt man Russisch einem kleinen deutschen Mädchen bei? Wie bringt man es einem Kind bei, dessen Eltern Russisch beherrschen, dessen Alltag jedoch überwiegend in deutscher Sprache abläuft? Wären die Ansätze hier sogar nicht die gleichen? Diese Frage beschäftigte schon viele Lehrer und Eltern. Auch Dorothea Walter, die mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern hat, machte sich Gedanken darüber. So entstand nach und nach die Idee, ein Buch herauszubringen, das speziell für kleine Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren konzipiert ist. Es sollte das Interesse der Kinder an der russischen Sprache wecken und ihnen helfen diese Sprache neben dem Deutschen spielerisch in den Alltag einzubringen. Das Zielalter von 2 bis 5 Jahren wurde von den Initiatoren der Fibel nicht zufällig gewählt. In diesem Alter sind Kinder sehr empfänglich für andere Sprachen und Klänge, sie erfassen intuitiv sprachliche Strukturen, man kann sogar sagen, dass jedes Kind in diesem Alter eine große Begabung zum Spracherwerb hat. So hat auch Nadja Runde - auf die Anregung von Dorothea Walter hin - genau für diese Altersgruppe ihre Gedichte für das Buch geschrieben.

Wenn kleine Kinder mit einer unbekannten Sprache in Berührung kommen, versuchen sie unbewusst Querverbindungen zu der ihnen bereits bekannten Sprache herzustellen, sie suchen nach Zusammenhängen, um den Inhalt in der neuen Sprache Stück für Stück zu erschließen und sich so nach und nach die Struktur und den Satzbau der Fremdsprache anzueignen. Die zweisprachige Fibel unterstützt die Suche nach Querverbindungen. So gesehen ist es keine richtige Fibel im herkömmlichen Sinne, sondern viel mehr ein zweisprachiges Spiel mit Alphabeten, Wörtern und Sprachen. Auf den Vorsätzen des Buches springen deutsche Buchstaben zwischen den russischen Wörtern umher und deutsche Wörter drängeln sich zwischen die russischen Buchstaben. Auf jeder Seite können sich die Kleinen über ein kurzes, doch gehaltvolles und trotzdem kindergerechtes Gedicht zu jedem einzelnen Buchstaben auf Russisch und auf Deutsch freuen. So lernen die Kinder beide Alphabete gleichzeitig, Buchstabe für Buchstabe. Und die Grundidee des Buches wurde ohne Abstriche umgesetzt: zwei Sprachen leben auf den Seiten des Buches, mal gehen sie Hand in Hand nebeneinander, mal verflechten sie sich in einem einzigen Gedichtekarussell.

Die deutschen übersetzungen zu den russischen Gedichten stehen den Originalen in nichts nach. Sie sind genauso fantasievoll, authentisch, spannend und leicht zu verstehen. übersetzt wurden sie ins Deutsche von Viktor Heinz, Reinhold Leis und Ulrich Henkys. Jeder von ihnen hat die von der Autorin gewollte spielerische Art und Leichtigkeit die Gedichte in gleichem Maße in der übersetzung wiedergegeben.

Besonders erwähnt werden sollte auch die illustratorische Gestaltung des Buches durch die bekannte russische Illustratorin Lubow Eremina. Sie und die Autorin des Buches Nadja Runde arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. Sie sind schon seit einigen Jahren ein eingespieltes Team. So wundert es kaum noch, wie treffend die bunten Bilder die Stimmung der Gedichte wiedergeben, wie gut sie die Ideen der Autorin aufgreifen, und wie abgerundet das Gesamtkonzept wirkt, als ob Gedichte und Bilder aus derselben Feder stammen würden. Die Illustrationen ähneln einem Feuerwerk an Farben und vielen kleinen Details, die sich harmonisch in die Gedichte einfädeln und eine kleine kunterbunte Kinderwelt erschaffen, die dem farbenfrohen Treiben eines Jahrmarkts in nichts nachsteht.

Jahrmarkt! Bunte Luftballons,

Harmonikas, Konfekt, Bonbons,

Teller, Löffel, Papagei’n.

Leute, kauft Geschenke ein!

Durch die vielen kleinen Details in den Bildern können sich die Kinder mit dem Betrachten jeder einzelnen Seite viel Zeit lassen. Durch eine der Seiten schwimmt ein Haifisch – liebevoll einen kleinen Baby-Hai in den Armen haltend... oder besser gesagt „in den Flossen“? Von der nächsten Seite lächelt geheimnisvoll ein buntgestreiftes Chamäleon gekleidet in ein Kleidchen voller Schleifchen und Rüschen. Hier verwandelt sich jeder Buchstabe in einen Schlüssel zu einer geheimnisvollen Welt, bis daraus ein ganzer Schlüsselbund zu der echten Welt entsteht – die Sprache.

Die Sprache für die Kommunikation mit einem kleinen Menschen anwenden zu können ist eine Wissenschaft für sich. Gedichte sind dabei ein guter Ansatz. Häufige Wiederholungen bestimmter Laute innerhalb eines Gedichtes unterstützt durch den rhythmischen Klang der Reime fördern die Wahrnehmung und das Einprägen der Buchstaben und ihrer Klangbilder. Das dazu entstehende Bild in der Vorstellung des Kindes, zum Beispiel das der über die Hemden kletternden Käferchen als Verbildlichung der reinigenden Bürsten, festigt das Erlernte zusätzlich durch Visualisieren. Weiterhin verschärft die Wahrnehmung die Klangassoziation zwischen den Geräuschen der Bürsten, mit denen man über die Kleidung fährt, einem ähnlichen stumpfen Geräusch der kleinen Käferchen, die über den Stoff flitzen und dem Klang des Buchstaben „f“, der diesen beiden Geräuschen ebenso ähnlich ist.

Meine Bürsten putzen kosend

Alle Jacken, alle Hosen.

So wie Käferchen behände

Klettern sie über die Hemden …

Schaut man sich das Buch ohne jegliche Analyse an, ruft es in einem ein urgemütliches Gefühl der Geborgenheit hervor, die Erinnerungen an die Kindheit kommen bunt wie die Bilder des Buches wieder. Diese kitzelige Neugier auf ein Buch, das man geschenkt bekommt und nur langsam durchblättert, ist wieder da. Der Duft der frisch gedruckten Wörter und Bilder kitzelt wieder die Nase. Man blättert eine Seite nach der anderen ganz langsam um, schaut sich die Bilder lange an, um die Freude über den neuen Liebling auszukosten und danach im Lesen zu versinken.





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