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4. ПИСЬМО ДЕДА КАРЛА ГЛЕЙМА ДОЧЕРИ ЭЛЛЕ (1943 г.)

     Geschrieben den 1. April 1943

     Werte Tochter Ella, schon lange haben wir keinen Brief von Dir, und in Deinem letzten Brief fandest Du [Dich] über uns beleidigt, daß wir so wenig schreiben. Und schreiben doch so oft, das heißt Mama und Emma. Ich schreibe weniger, weil ich so hart eingenommen bin. Und doch schrieb ich Dir erst unlängst alles ausführlich, auch von dem Geld, den 150 Rubel, und Mama schrieb nicht weniger als schon 4 Mal, daß wir’s erhielten. Besten Dank, der Herr soll Dir’s belohnen. Und wenn Du auch denkst: Und doch bin ich so unglücklich, der Herr sagt: Was ich jetzt tuhe, das wirst Du nachher erfahren. Wir glauben’s noch nicht, und soll’s wirklich so sein, so bist Du nicht die erste und die letzte. Nur nicht verzagen und sich nicht verlieren, sich umschauen nach die, die schlechter dran sind als Du. Hast keine Kinder und hast gelernt, und Dein Heim ist bei Deinen Eltern, so lange wir noch leben. Ella, von Gustav und Fritz haben wir schon lange nichts, besonders von Gustav. Mama wird bald grau, sie glaubt immer, er lebt auch nicht mehr, obzwar Fritz im letzten Brief: Wir sind beide noch gesund. Von Frida bekamen wir gestern einen Brief, ist gesund und gefällt ihr. Bei Sascha war sie jetzt 6 Mal und brachte ihm Essen. Auch schrieb sie, daß sie 100 Rubel von Dir erhielt. So sind wir alle gesund, außer Mama ist viel ungesund, hat’s in der Seite und [im] Kreuz, und dann die Gedanken. Unsere Kinder sind recht wohlauf, lärmen recht. Würdest staunen, besonders über Erika. Mit dem Leben geht’s immer noch so sachtig. Ella, verkauf von dem übrigen Wesen und kauf Dir Produkte zu essen, es wird Dir nicht zu Last. Zum Schluß sei gegrüßt und geküßt, Dein Vater Karl.

Письмо Карла Глейма (стр. 1, фотокопия)

Письмо Карла Глейма (стр. 2, фотокопия)



     Единственное сохранившееся письмо деда Карла. К апрелю 1943 г. тетя Элла, долго не получавшая писем от мужа, пришла к мысли, что его больше нет в живых, как оно в действительности и было. Бабушка, полагавшая, что ее сын Густав погиб, также была недалека от истины: он уже почти месяц находился под арестом и вскоре умер в заключении. Тетя Элла, окончив в Марксштадте 7 классов, работала бухгалтером. Тетя Фрида, отбывавшая трудармию в Новосибирске, в феврале - сентябре 1943 г. носила мужу передачи в местный лагерь.

В. Дизендорф.



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