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ALEXANDER MUHT

ÜBERLEBT IN DER TRUDARMEE

KRASNOTURJINSK, SOSNOWKA, SCHOMPA



Muht A. Überlebt in der Trudarmee. Krasnoturjinsk, Sosnowka, Schompa. Beitrag zur Geschichte der Deutschen in der Sowjetunion. – Lichtzeichen Verlag GmbH, Lage, 2016. – 138 S. + Karte.

Muht A. Überlebt in der Trudarmee. Alexander Muht

Alexander Muth, geboren am 30. März 1925 im Dorf Wiesenmüller an der Wolga. Am 5. September 1941 mit seinen Eltern nach Sibirien ausgesiedelt in das Dorf Besjasykowo, Kreis Balachta, Region Krasnojarsk. Am 12. März 1942 wurde er in die Trudarmee eingezogen, in das Straflager Bogoslowlag, zum Bau des Bogoslower Aluminiumwerkes in Krasnoturjinsk im Ural.

Zur Verschleierung der Beschäftigung von Häftlingen und Zwangsarbeitern führte das NKWD für alle seine Objekte einen Doppelnamen. Das Straflager Bogoslowlag wurde im Schriftverkehr mit der Außenwelt ausschließlich als „Bauorganisation zur Errichtung des Bogoslower Aluminiumwerkes“ bezeichnet, oder abgekürzt „Verwaltung BAS-stroj“.

Aus den Straflagern wurden Häftlinge vorzeitig entlassen für die kämpfende Truppen an der Front und in diese existierende Lager kamen, als Ersatz, deutsche Männer, die durch das Kriegskommissariat als Wehrpflichtige rekrutiert wurden. Viele von ihnen kamen in die Holzfällerlager. Das Leben in einem von diesen Lagern, in Sosnowka, beschreibt Alexander Muth. Nach 1945 kamen auch deutsche Kriegsgefangene in solche Lager. Im Ural waren mehrere Lager dieser Art eingerichtet: „Iwdellag“, „Usollag“, „Sewurallag“, „Solikamskbumstroj“ „Wjatlag“ und andere. Nach der Auflösung der Kommandantur-Aufsicht konnte Alexander Muth 1957 sein Verbannungsort verlassen und übersiedelte nach Kirgisien. Im August 1989 emigrierte er mit seiner Familie nach Deutschland.

Seitdem lebt Alexander Muth in Horn-Bad Meinberg, 2015.



VORWORT

Seit langer Zeit lässt mich der Gedanke nicht in Ruhe, wie ich in der Trudarmee überlebt habe. Ich denke immer wieder an die Jahre zurück, an all das, was ich mit einigen meinen Landsleuten erleben musste. Die Erinnerungen an diese Zeit lassen mich nicht los. Nur ganz wenige von meinen Freunden, mit denen ich das Schicksal geteilt habe, sind noch am Leben, sind aber krank und wollen sich nicht mehr an diese schwere Zeit erinnern.

Mein innerlicher Wunsch ist aber, so viel wie möglich diese Erlebnisse aufzuschreiben, solange ich mich noch daran erinnern kann, damit es nicht vergessen wird. Das Kulturzentrum der Deutschen in Russland veröffentlichte 2008 in der Stadt Nischni-Tagil in Zusammenarbeit mit der deutschen Gemeinschaft „Wiedergeburt“ in Krasnoturjinsk das „Gedenkbuch der deutschen Trudarmisten der Jahre 1941-1946 in dem Bogoslowlag.“ In Russisch - «Книга памяти немцев-трудармейцев Богословлага 1941-1946». Eine wichtige Arbeit. Autoren B.M. Kirilow, R.M. Kusmina, N.M. Pajgle, A.A.Permjakow, S.L. Rasinkow unter der Redaktion des Dozenten der Geschichte Aumann B.A., und Weis I.F. In dem Gedenkbuch ist folgendes nachzulesen:

„Der Bau des Aluminiumwerkes (russisch abgekürzt: BAS-stroj) hatte schon 1940 seinen Ursprung. Die Baustelle wurde in der Nähe eines kleinen Dörfchens am Ufer des Flusses Turja angelegt. Hier wurde ein Gefängnislager eingerichtet. Als der Zweite Weltkrieg anfing, wurden aus der Ukraine deutsche Männer hier her gebracht, die durch das Kriegskommissariat zum Wehrdienst eingezogen waren, aber nach Osten in den Ural zur Zwangsarbeit geschickt wurden. Die meisten Insassen der Gefängnisse wurden an die Front in die Rote Armee überführt, nur die Schwerverbrecher blieben zurück in den Lagern. In den frei gewordenen Räumen der früheren Gefängnisse wurde für die deutschen Männer aus der Ukraine Platz bereitgestellt. Von diesem Zeitpunkt an waren es Trudarmisten (Zwangsarbeiter), Soldaten der Arbeitsfront.

Diese Lager waren mit Stacheldraht umzäunt unter der Aufsicht des NKWD, so, wie es sich für Gefängnisse gehört und mit Wachtürme an den Ecken versehen, auf denen bewaffnete Soldaten mit Maschinenpistolen standen. Nach Angaben in diesem „Gedenkbuch“ wurden die ersten 3 600 Mann am 21. September 1941 mit einem Zug aus der Ukraine, vom nördlichen Kaukasus und den südlichen Gebieten der Sowjetunion nach dem „BAS-stroj“ gebracht. Wie ich diese Ersten erlebte, werde ich im Weiteren beschreiben und nochmals erwähnen. Die zweite Kolonne der mobilisierten Trudarmisten folgte am 2. und am 3. Februar 1942, die in den „Bogoslowlag“ gebracht wurden. Die öffentliche Bezeichnung der Einrichtung war ganz friedlich „BAS-stroj“.

Anfang März 1942 wurde der Rest der zurückgebliebenen älteren Männer und minderjährigen Jungs einberufen, die 16 jahre und 3 Monate alt waren, aus den Gebieten Tjumen, Omsk und Krasnojarsk. Dies waren die Deutschen, die erst die Deportation aus der Wolgarepublik nach Sibirien im Herbst 1941 durchgemacht hatten und einige Monate später zur Zwangsarbeit verschickt wurden. Unter diesen jungen Leuten war auch ich, obwohl mein Geburtstag noch in den ersten 3 Monaten, am 30. März 1942 war.

Das „Gedenkbuch“ besteht aus zwei Bänden. Im 1. Band wird die Entstehung des Lagers beschrieben, das zum Bau des Aluminiumwerkes bestimmt war, ebenso der Vorgang des Aufbaus. Im 2. Band sind die einberufenen Trudarmisten, die an dem Bau des „Bogoslowsker Aluminiumwerkes“ beteiligt waren, alphabetisch angegeben, mit allen Einzelheiten: das Geburtsjahr, der Geburtsort, der Mobilisierungsort, wo sie hinkamen, wann entlassen oder wann gestorben, oder wohin sie nach der Auflösung des Zwangslagers zugewiesen wurden. In den Listen dieses Bandes sind 20 711 Trudarmisten erfasst, aber nicht alle aufgelistet, so dass ich später noch einmal zu dieser Frage zurückkommen werde. Außerdem wurde von J.R. Weis, einen früheren Trudarmist und in den 90-er Jahren Vorsitzende des deutschen Hauses der Gemeinschaft „Wiedergeburt“ in Krasnoturjinsk im Buch Einzelheiten verfasst. Im „Gedenkbuch“ sind 3 462 Namen der deutschen Trudarmisten eingetragen, die in den Jahren des Zweiten Weltkrieges im „Bogoslowlag“ an Hunger und Erschöpfung verstorben sind.

Der folgende Kapitel ist ein Auszug aus dem „Gedenkbuch“ deshalb wird es an dieser Stelle in der Originalsprache ohne Übersetzung aus der russischen Sprache veröffentlicht.




INHALTSVERZEICHNIS


Vorwort
4

Навечно (Auf ewig, im „Gedenkbuch“)
5

Historische Hinweise (историческая справка)
8

Исследов. по истории репрессий российских немцев
8

Карта спецпоселений Свердловской обл. в 1949 г.
10

Das Gedenkbuch
11

Die erste Überraschung
13

Die zweite Überraschung
14

Meine Einberufung in die Trudarmee
16

Tschernojarka
24

„Jushnyj“
25

Sosnowka
34

Sosnowka als Wohnort unter Kommandantur Aufsicht
36

Die vierte Waldabteilung
52

Fortschritte und Entwicklung im Arbeitsprozess
62

Die zweite Waldabteilung - Schompa
69

Wieder zurück nach Sosnowka
98

Nach dem Verlassen des Verbannungsortes Sosnowka
98

(Erinnerungen von Bernhard Flechner)


Zu Besuch in unserem Verbannungsort
107

Anhang
112

Der Erlass vom 26.11.1948
112

Der Erlass vom 13.12.1955
114

18 Trudarmisten, die 1993 noch in Sosnowka lebten
118

Liste der verstorbenen Trudarmisten in Sosnowka
119

Trudarmisten, die in der BRD lebten (Stand -7.02.2015)
123

Meine Fotos aus der Kommandantur-Zeit in Sosnowka
123

Ein Artikel aus der Zeitung „NEUES LEBEN“ Nr 4, 2010
131

 


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