Geschichte der Wolgadeutschen
MORGENSTERN
Literarisch-künstlerischer und gesellschaftlich-politischer Almanach
1996 1. Ausgabe

Stenka Rasin und die Fürstentochter

Nachdichtung von Peter Sinner

Von der Insel her zur Tiefe,
in der wilden Wogen Flut
treiben freier Leute Kähne,
buntbemalt mit hohem Bug.

Vorne sitzen Stenka Rasin
und sein Lieb, ein Perserkind,
feiern fröhlich ihre Hochzeit,
und ihr Lied verweht der Wind.

Hinterher ergeht ein Murren:
"Uns vertauscht er um ein Weib!
Seine Seele nahm sie früher,
jetzt umstrickt sie seinen Leib!"

Dieses Murren, dieses Raunen
hört der strenge Häuptling gleich;
er umschlingt mit starken Armen
die Geliebte, schreckensbleich.

Seine scharfen Falkenaugen
rollen wild - Gewitter naht,
füllen sich mit rotem Blute,
und der Miene folgt die Tat.

"-Alles gab ich ohne Zögern,
auch mein eignes stolzes Haupt!"-
schallt die machtumdrungne Stimme,
daß es jeder Scherge glaubt.

Und die Fürstin senkt die Lider,
und sie schreckt sich halb zu Tod;
bebend lauscht sie seinen Worten,
als des Herrschers Machtgebot.

"-Wolga, Wolga, traute Mutter!
Wolga, Wolga, Riesenfluß!
Hast du je von mir erfahren,
was ich eben hören muß!

Doch damit sich niemand zanke
unter freien Leuten hier,
Wolga, Wolga, traute Mutter,
nimm die Schöne hin von mir!"

Und mit einer starken Geste
hebt er seine Braut empor,
wirft sie über Bord... von unten
schlägt die Wolga dumpf hervor.

«-Nun, ihr Teufel, seid ihr stille!
Vorwärts, Filka, tanze schnell!
Laßt ein lustig Lied uns singen
zum Gedenken ihrer Seel!»

Von der Insel her zur Tiefe
in der wilden Wogen Flut,
treiben Stenka Rasins Kähne,
buntbemalt mit hohem Bug.

Из-за острова на стрежень

Русская песня на слова Дмитрия Садовникова

Из-за острова на стрежень,
На простор речной волны,
Выплывают расписные,
Острогрудые челны.

На переднем Стенька Разин,
Обнявшись, сидит с княжной,
Свадьбу новую справляет,
Сам веселый и хмельной.

А княжна, потупив очи,
Ни жива и ни мертва,
Молча слушает хмельные
Атамановы слова.

Позади их слышен ропот:
- Нас на бабу променял!
Только ночь с ней провозилс
Сам наутро бабой стал...

Этот ропот и насмешки
Слышит грозный атаман,
И могучею рукою
Обнял персиянки стан.

Брови черные сошлися,
Надвигается гроза.
Буйной кровью налилис
Атамановы глаза.

"Волга, Волга, мать родная,
Волга, русская река,
Не видала ты подарка
От донского казака!

Чтобы не было раздора
Между вольными людьми,
Волга, Волга, мать родная,
На, красавицу возьми!"

Мощным взмахом поднимает
Он красавицу княжну
И за борт ее бросает
В набежавшую волну.

"Что ж вы, братцы, приуныли?
Эй, ты, Филька, черт, пляши!
Грянем песню удалую
На помин ее души!.."

Из-за острова на стрежень,
На простор речной волны,
Выплывают расписные
Острогрудые челны.

 


Перевод известной русской песни "Из-за острова на стрежень", сделанный Петром Зиннером, впервые был опубликован в "Wolgadeutsche Monatshefte" Nr. 7-8, Berlin, 1923.


Wolgadeutsche Monatshefte, 1923, Nr. 7/8, S. 116.


Публикуется по:
Morgenstern. Literarisch-künstlerischer und gesellschaftlich-politischer Almanach. – Uljanowsk, 1996, 1. Ausgabe, S. 370-372.