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Den 28. November 1929 NACHRICHTEN Nr. 255



Her mit den "Lipperts-Glocken"

Zur Oktoberfeier brachten die Krasnojarer Bauern Ihre Kirchenglocken nach Marxstadt und übergaben sie der Fabrik "Wiedergeburt" zur Umschmelzung für Traktorenteile. Ihre Losung lautete: Weg mit den Glocken! Her mit Traktoren! Alles für die Erfüllung des 5-Jahresplanes!

Am 17.November brachten auch die Boregardter Bauern ihre Kirchenglocken und übergaben sie feierlichst der Fabrik "Wiedergeburt" zum Traktorenbau. Genosse Nickelmann, der Leiter der Fabrik, betonte bei der Uebernahme der Glocken ausdrücklich, daß es an Messing und Kupfer sehr mangelt. Dem kann durch die Uebergabe der Glocken gesteuert werden. Es müssen noch mehr Glocken gebraucht werden.

Der Vertreter des Kommunistischen Jugendverbandes versprach den Boregardter Bauern, ihrem Beispiel zu folgen und auch in Marxstadt zunächst in der Russischen Kirche mit den Glocken aufzuräumen. In zwei Wochen soll die russische Kirche dem Jugendverband zu Kulturzwecken übergeben werden. Bei dieser Demonstration der Kommunistischen Jugend mit den Werktätigen erinnerte sich so mancher an die Geschichte der großen Glocke auf dem Marxstädter Kirchturm der lutherischen Kirche. Diese Glocke heißst "die Lipperts-Glock". Weshalb? Weil diese große Glocke von dem größten Ausbeuter der Republik der Wolgadeutschen, Peter Lippert, der Kirche geschenkt wurde. Da es aber dem Lippert nicht nur daran gelegen war, mit seiner Glocke die werktätige Masse verdummen zu helfen, sondern sich dabei auch noch einen Namen zu machen, so ließ er am Rande der Glocke auch seinen Namen eingravieren.Diese Inschrift kann heute noch jeder auf der Glocke lesen. Später passierte mit der Glocke jedoch ein Unglück, sie bekam einen Sprung. Nun war es aus mit dem Läuten der großen Glocke. Doch da erbarmten sich die Söhne des alten Lippert - der Peter Iwantsch und der Feder Iwantsch, und ließen die große Glocke reparieren. Die Reparatur der Glocke wurde in "Schäfers Gussawod" durchgeführt. Doch wiederum geschah hier etwas Eigentümliches. Auf der Glocke mußte eine neue Inschrift angebracht werden: "Repariert dann und dann von Gbr. Lippert". Ein Korrespondent aus früherer Zeit schrieb diesbezüglich einen witzigen Artikel in der Zeitung. Er wollte heraushören, daß die Glocke jetzt immer läute: Lipperts Glock! Lipperts Glock! Peter Iwantsch! Feder Iwantsch!... Sollten sich die Arbeiter der Fabrik "Wiedergeburt" bei dieser Gelegenheit nicht daran erinnern, daß sie mit ihrer wertvollsten Fabrik die eigentlichen Besitzer dieser großen Glocke sind? Waren doch die Gbr. Lippert nebst Schäfers die Besitzer der heutigen Fabrik Wiedergeburt. War es nicht der Peter Iwantsch Lippert, der die Arbeiter preßte bis aufs Blut, der selbst keinen Finger krumm machte, dafür aber alljährlich 40 Proz. Reingewinn von seinen Kapitaleinlagen einstrich? Und dafür titulierte dieser größte aller Ausbeuter die Arbeiter, wenn er sie aus den Fabrikräumen herauskommen sah: "Da kommen sie, die schwarzen Galachen". Sehen wir nicht klar vor Augen an diesem Beispiel, wie diese Blutsauger früher mit einer Hand die Arbeiter preßten, und mit der anderen einige Rubel von dem erpreßten Gelde spendeten, um die Arbeiter zu verdummen und im Dunkeln zu halten? Ja, die Arbeiter der Fabrik "Wiedergeburt" haben vollen Grund mit Entschiedenheit zu verlangen! Her mit unserem Gut, mit der Lipperts-Glock! In den Schmelzofen mit ihr! Soll sie jetzt dem Aufbau des Sozialismus, der Erfüllung des 5-Jahresplanes dienen! Die Namen aber der Lipperte sollen auch auf den Glocken ausgemerzt werden! Die anderen Dörfer aber möchten einmal eine Untersuchung veranstalten, welche Ausbeuter aus ihrem Dorfe die Glocken für ihre Kirchen spendeten. Sie werden finden, daß bestimmt, auch dort irgendwelche "Lipperte" mit am Werke waren, die Spenden zum Ankauf der Glocken gaben. Das aber ist Grund genug, um auch diese Reste des Andenkens an die Ausbeuter in den Schmelzofen der Fabrik "Wiedergeburt" zu schicken.

Alma

 

 

DZZ



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